Whirlpool Pumpe & Filter

By Stefan Lieven | Technik

Okt 15
Rohrsystem

​In die­sem Bei­trag erfährst du mehr über die Funk­tio­nen und das Zusam­men­spiel von Whirl­pool Pum­pe und Fil­ter in einem Pool oder Whirl­pool. ​Die­ses etwas tech­ni­sche The­ma wirkt auf den ers­ten Blick viel­leicht ein Wenig ein­schüch­ternd, aber mit ein Biss­chen Grund­wis­sen ist es leicht beherrsch­bar.

Wenn du Lust bekommst los­zu­le­gen, bald gibt es eine detail­lier­te Anlei­tung.

​Zweck der ​Pool Pumpe

​Sie hat gleich meh­re­re wich­ti­ge Auf­ga­ben: In einem nor­ma­len Swim­ming­pool saugt sie das gebrauch­te Was­ser aus dem Schwimm­be­cken an, för­dert es durch einen oder meh­re­re Fil­ter und schließ­lich wie­der zurück ins Becken. Das Was­ser wird dadurch gerei­nigt und bleibt in Bewe­gung, es kön­nen sich kei­ne toten Stel­len bil­den, an denen es ruhen und Kei­me wach­sen kön­nen.

In einem Whirl­pool kommt noch hin­zu, dass das Was­ser mit ordent­lich Schwung durch die Mas­sa­ge­dü­sen wie­der ins Becken strö­men muss, damit man auch wirk­lich ein spru­deln­des Bade­er­leb­nis hat.

​Die richtige Pumpe für den Whirlpool

Druck vs. Volumenstrom

​Alle Pum­pen haben eine Schwä­che: Sie kön­nen ent­we­der einen hohen Druck oder einen hohen Volu­men­strom erzeu­gen, nicht aber bei­des gleich­zei­tig.

Druck wird benö­tigt, um Wider­stän­de wie Eng­stel­len im Rohr- und Fil­ter­sys­tem zu über­win­den oder das Was­ser an einen höher­ge­le­ge­nen Ort zu Pum­pen. Einen gro­ßen Volu­men­strom braucht man um vie­le Düsen gleich­zei­tig mit einer aus­rei­chen­den Men­ge Was­ser zu ver­sor­gen und den Becken­in­halt voll­stän­dig umzu­wäl­zen.

In rea­len Betrieb wird sich ein gewis­ses Ver­hält­nis zwi­schen Druck und Volu­men­strom ein­stel­len, da bei­de von­ein­an­der abhän­gig sind, wie du im ​fol­gen­den Dia­gramm sehen kannst:

​Die­ses Dia­gramm liest man fol­gen­der­ma­ßen: Der Her­stel­ler hat eine maxi­ma­le För­der­hö­he von 11 Metern (lin­ke Ach­se) und einen maxi­ma­len Volu­men­strom von 10.000 Litern pro Stun­de (unte­re Ach­se) ange­ge­ben. Wenn die Pum­pe bei­spiels­wei­se 0,6 Bar Druck auf­bau­en muss (rech­te Ach­se), um das Lei­tungs­sys­tem zu über­win­den, wird sie etwa 7000 Liter pro Stun­de för­dern. Das sel­be gilt wenn Sie das Was­ser 6 Meter nach oben för­dern muss.


​​Da die­se soge­nann­ten Schwimm­bad­pum­pen häu­fig für einen hohen Volu­men­strom, nicht aber für einen hohen Druck kon­stru­iert wer­den, soll­ten eini­ge Din­ge beach­tet wer­den:

  • ​Lei­tungs­we­ge nicht zu lang oder ver­win­kelt
  • ​Lei­tungs­durch­mes­ser nicht zu gering
  • ​Fil­ter­wi­der­stand nicht zu hoch
  • ​Rück­füh­rung ins Becken durch eine aus­rei­chen­de Anzahl von Düsen bzw. deren Grö­ße

​Pum­pen die­ser Art reagie­ren emp­find­lich, wenn sie es schwer haben das Was­ser anzu­sau­gen. Die Saug­lei­tung soll­te daher aus­rei­chend groß dimen­sio­niert wer­den und die Pum­pe soll­te wenn mög­lich unter­halb des Was­ser­spie­gels instal­liert wer­den.

​Luft in der Pumpe

Die meis­ten Pum­pen sind nicht selbst­an­sau­gend. Das bedeu­tet sie funk­tio­nie­ren nur, wenn sie mit Was­ser gefüllt sind. Das kann vor allem dann schwie­rig wer­den, wenn sie ober­halb des Was­ser­spie­gels mon­tiert wur­den. Außer­dem kann ein Betrieb ohne Was­ser, der soge­nann­te Tro­cken­lauf, die Pum­pe beschä­di­gen.

Pumpe in der richtigen Lage einbauen

Wenn die Pum­pe wäh­ren des Betriebs län­ge­re Zeit irgend­wel­che zischen­den oder gur­geln­den Geräu­sche macht, befin­den sich unter Umstän­den immer noch Luft­bla­sen im Inne­ren. Das kann die Leis­tung ver­min­dern, des­halb soll­te sie so ein­ge­baut wer­den, dass die Luft leicht nach oben auf­stei­gen und aus der Pum­pe gelan­gen kann.

Laufzeit der Pumpe

Der Becken­in­halt ​muss min­des­tens ein­mal pro Tag kom­plett umge­wälzt wer­den. Da Fil­ter jedoch nicht per­fekt sind und nicht auf einen Schlag alles an Ver­un­rei­ni­gun­gen besei­ti­gen, oder man­che Tei­le des Beckens nicht opti­mal durch­strömt wer­den, ist es üblich den Pool bis zu drei mal täg­lich umzu­wäl­zen. Damit das auch wirk­lich pas­siert, muss die Pum­pe abhän­gig von ihrer För­der­leis­tung eine gewis­se Zeit am Tag ein­ge­schal­tet sein.


​Wenn die För­der­leis­tung der Pum­pe bekannt ist, kann die nöti­ge Lauf­zeit ein­fach errech­net wer­den.


​Da man sich auf die Her­stel­ler­an­ga­ben nicht immer ver­las­sen kann und es vie­le Ein­flüs­se gibt, wel­che die För­der­leis­tung bein­flus­sen, kann man oft nur Schät­zen oder die Pum­pe ein Wenig  über­di­men­sio­nie­ren. Um auf Num­mer sicher zu gehen, wäre es ​nötig den tat­säch­li­chen Wert zu mes­sen.

Bald mehr: Mes­sun­gen rund um den Pool: Wie mes­se ich wel­che Grö­ßen?

​Hat man die nöti­ge Betriebs­dau­er pro Tag ermit­telt, lässt die­se sich  ein­fach über eine Schalt­uhr steu­ern, die auf die ent­spre­chen­de Zeit ein­ge­stellt wird.


​In den meis­ten Fäl­len ist die Pum­pe nach der Hei­zung der zweit­größ­te Ener­gie­ver­brau­cher im Pool.

​Ein feiner Filter

​Ein guter Fil­ter ist in der Lage eine aus­rei­chen­de Men­ge Was­ser in einer gewis­sen Zeit zu bewäl­ti­gen. Dabei muss er aber auch alle uner­wünsch­ten Stof­fe zuver­läs­sig aus dem Was­ser ent­fer­nen kön­nen. Ist er zu klein, ver­schmutzt er zu schnell. Wird er mit der Was­ser­men­ge über­for­dert, kön­nen Schä­den am Fil­ter ent­ste­hen oder die Was­ser­qua­li­tät sinkt.

Der Schmutz muss irgend­wann natür­lich wie­der aus dem Fil­ter, des­we­gen soll­te er gut zu rei­ni­gen oder ein­fach und güns­tig aus­zu­tau­schen sein.

​Rück­spül­fil­ter sind hier eine Opti­on: Wie der Name schon sagt wer­den sie gerei­nigt, indem man in regel­mä­ßi­gen abstän­den oder bei star­ker Ver­schmut­zung die Durch­fluss­rich­tung umkehrt und den Schmutz rück­wärts aus dem Fil­ter ins Abwas­ser spült. Dies geschieht bequem über ein Ven­til mit ver­schie­de­nen Stel­lun­gen.

Da es den ulti­ma­ti­ven Fil­ter nicht gibt, greift man oft zu mehr­stu­fi­gen Fil­ter­sys­te­men. Das Was­ser fließt der Rei­he nach durch ver­schie­den Fil­ter, die alle ein bestimm­tes Spe­zi­al­ge­biet haben.

Ein Vor­fil­ter hält gro­be Ver­un­rei­ni­gun­gen wie Stein­chen, Blät­ter und grö­ße­re Insek­ten auf. Er ist immer vor der Pum­pe instal­liert um deren mecha­ni­sche Tei­le vor Schä­den durch Fremd­kör­per zu schüt­zen. Er besteht meis­tens aus einem Korb der leicht ent­leert wer­den kann.

Kies- oder Kartuschenfilter

Er hält Haa­re, Haut­schup­pen und ande­re feins­te Schwe­be­teil­chen auf und kann je nach Fein­heit sogar bereits grö­ße­re Bak­te­ri­en aus­fil­tern. Da er eine sehr gro­ße Ober­flä­che auf­weist, kann er unter Umstän­den von uner­wünsch­ten Bak­te­ri­en besie­delt wer­den.

UV-Filter bzw. UV-Klärer

​Er inak­ti­viert Algen, Bak­te­ri­en und eini­ge Viren indem er die­se mit ultra­vio­let­tem Licht bestrahlt. Die­ses wird von einem spe­zi­el­len Leucht­mit­tel erzeugt, ähn­lich einer Leucht­stoff­lam­pe. Die­ser Fil­ter ist umso wirk­sa­mer, je lang­sa­mer das Was­ser hin­durch­fließt, da es dann län­ger dem UV-Licht aus­ge­setzt ist.

UV-FIlter

UV-C Strah­lung schä­digt Augen und Haut. Nie­mals das Leucht­mit­tel eines UV-Fil­ters im aus­ge­bau­ten Zustand betrei­ben um es zu tes­ten.

Das Leucht­mit­tel in einem UV-Fil­ter altert und obwohl es selbst nach vie­len Betriebs­stun­den noch eine Men­ge sicht­ba­res Licht abstrahlt, ist die abge­ge­be­ne UV-C-Strah­lung zu schwach um das Was­ser aus­rei­chend zu des­in­fi­zie­ren. Her­stel­ler­an­ga­ben beach­ten und nach der ange­ge­be­nen Betriebs­zeit aus­tau­schen.


Wasserchemie und Poolpflege

Fazit: Pumpe und Filter für unseren Whirlpool

​Bei unse­rem Pool kommt eine Son­der­lö­sung zum Ein­satz, da wir die­sen größ­ten­teils mit Solar­ener­gie betrei­ben. Es gibt daher eine Stand­by-Pum­pe für eine aus­rei­chen­de Umwäl­zung wäh­rend unse­rer Abwe­sen­heit und eine star­ke Whirl­pool­pum­pe für den Bade­spaß. Für den Fil­ter set­zen wir auf den obli­ga­to­ri­schen Vor­fil­ter um gro­ben Schmutz auf­zu­hal­ten und unse­re Pum­pen zu schüt­zen, danach kommt ein fei­ner Kar­tu­schen­fil­ter für sau­be­res Was­ser. Abschlie­ßend sorgt ein UV-Klä­rer für die Hygie­ne.


Lese­zeit: 5 Minu­ten

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